Sambias reiche Geschichte

 

 

Portugiesische und arabische Sklavenjäger verwüsteten und entvölkerten auch im südlichen Afrika ganze Landstriche. 1851 betrat mit dem Forscher David Livingstone der erste Brite sambischen Boden. Seine Berichte lenkten das europäische Interesse auf diese Region. Ebenso untrennbar mit Sambias Geschichte verbunden ist Cecil Rhodes, der der Kolonie (Rhodesien) seinen Namen gab. Börsen­ und Minenspekulationen in Südafrika hatten ihn steinreich gemacht. Als Premierminister der Kapkolonie versuchte er, das britische Einflussgebiet zu vergrössern. Seine private Kolonisationsgesellschaft „British South Africa Company“ verwaltete dieses Gebiet, das 1911 zum Protektorat Nordrhodesien wurde. Nach einer kurzen Phase des Zusammenschlusses mit den Nachbarländern Südrhodesien (heute Simbabwe) und Njassaland (heute Malawi) zur „Zentralafrikanischen Föderation“ (1953 bis 1963) wurde am 24. Oktober 1964 die unabhängige Republik Sambia ausgerufen. 

 

Die rund 16 Millionen Menschen in Sambia verteilen sich auf 72 ethnische Gruppen mit je eigener Sprache. Zahlenmässig am stärksten sind die Bemba (36%) im Norden, die Nyanja (mit Chewa u.a. 18%) im Osten und um Lusaka, die Tonga (mit Lenje u.a. 15%), die Gruppe mit Luvale und Luna im Nordwesten (10%) und die Barotse oder Lozi (8%) im Süden. Daneben gibt es noch etwa 200'000 ehemalige Flüchtlinge aus Angola und Kongo, sowie kleine Gruppen von Buschleuten, Europäern, Indern und Chinesen. 70% der Bevölkerung zählen sich zu einer christlichen Kirche; Naturreligionen sind stark verbreitet und die islamischen Gemeinschaften wachsen. 

 


Geschichte Chikupis

 

 

Bis vor 40 Jahren war Chikupi noch fast unbewohntes Sumpfgebiet (Malaria!). Es gab nur eine grosse Ebene mit Wiesland und kaum Bäumen. 1974 wurden 33 Gross­familien (Village) von Chongwe nach Chikupi zwangs um­quartiert. Ein Village zählte damals zwischen 20 und 40 Personen; heute hat das grösste 68 Haushalte. Ihre alte Heimat in einer Hügelzone brauchte das Militär als Ausbil­dungsgelände. Sie wurden weder gefragt noch wussten sie wohin es ging. Eines Morgens kamen Armeelastwa­gen und sie mussten ihr Hab und Gut aufladen und wur­den in das für sie so fremde Chikupi gebracht. Für die Headmen und Headwomen (Traditionelle Führer, zusammen bilden sie eine Art Gemeinderat) war je ein einfaches Rundhaus gebaut worden, für alle anderen nichts. Die Umsiedlung dauerte 14 Tage. Da waren sie nun und mussten sich zuerst orientieren, wo und wie sie die einzelnen Familiengemeinschaften ansiedeln können und wollen. So begann der Rundhüttenbau. Es war Tro­ckenzeit d.h. sie konnten bis zur Regenzeit weder Gemü­se noch sonst was anbauen. Sie lebten von dem was sie mitgebracht hatten und von Blättern und Wurzeln. Mit der Regenzeit im November konnten sie dann die Felder be­bauen. Jetzt 40 Jahre später sind vor allem die jüngeren Einwohner gut verwurzelt. Doch für den Lebensabend möchten viele ältere Menschen gerne zu ihren Wurzeln (Verwandte und Ahnen) zurückkehren.